Wie wird die Nennspannung ausgewählt?
Sicherungseinsätze sind spannungsempfindliche Geräte und es ist wichtig zu wissen, dass ein zufriedenstellender Betrieb eines Sicherungseinsatzes unter Fehlerbedingungen von der Systemspannung abhängt. Sie dürfen daher nicht in Stromkreisen eingesetzt werden, die ihre Nennspannung übersteigt. Sicherungseinsätze können aber zufriedenstellend in Stromkreisen mit niedrigeren Nennspannungen eingesetzt werden. Zum Schutz eines 10 kV-Systems kann zum Beispiel ein 12 kV oder 24 kV MS-Sicherungseinsatz verwendet werden, jedoch kein 7,2 kV MS-Sicherungseinsatz.
Wie wird der Bemessungsstrom ausgewählt?
Jeder Sicherungseinsatz hat einen spezifischen Amperewert. Bei der Auswahl des Amperewerts eines MS-Sicherungseinsatzes muss die Art der Last und Anforderungen des Stromkreises berücksichtigt werden.
Wie beeinflussen hohe Umgebungstemperaturen den Bemessungsstrom eines Sicherungseinsatzes?
Ein Sicherungseinsatz ist ein thermisches Gerät. Daher ist möglicherweise eine Herabsetzung der Bemessung erforderlich, wenn er bei hohen Umgebungstemperaturen eingesetzt wird. Sicherungseinsätze können den Nennstrom bei Umgebungstemperaturen von bis zu 40 °C leiten. Wenn die Umgebungstemperatur über 40 °C liegt, ist möglicherweise eine Herabsetzung der Bemessung erforderlich (eine Faustregel ist eine Herabsetzung der Bemessung um 0,5 % pro Grad Celsius). Die Nennspannung hängt nicht von der Umgebungstemperatur ab.
Warum ist die Unterbrechungskapazität wichtig?
Eine Schutzvorrichtung muss in der Lage sein, der destruktiven Energie von Kurzschlussströmen standzuhalten. Die Größe, die die Fähigkeit einer Schutzvorrichtung zur Erhaltung ihrer Integrität bei der Reaktion auf Fehlerströme definiert, wird Unterbrechungskapazität oder Unterbrechungsleistung genannt.
Ist ein niedriger I²t-Wert nützlich?
Ja, die bei einem Kurzschluss freigesetzte Energie kann, wenn sie nicht begrenzt wird, enorme Schäden an Installationen verursachen. Zwei spezifische Parameter beeinflussen den IÝt-Wert beim Auslösen:
- Leistungsfaktor
Je niedriger der Leistungsfaktor desto höher ist die durchgelassene Energie I²t.
- Spannung
Je höher die Spannung, desto höher ist die durchgelassene Energie IÝt.
MS-Sicherungseinsätze begrenzen diese Energie beträchtlich. Ohne einen MS-Sicherungseinsatz könnte zum Beispiel ein asymmetrischer Kurzschlussstrom von 10.000 A bei 10 V Wechselstrom über mehrere Zyklen durch den Stromkreis fließen.
Während des ersten Zyklus kann der IÝt bis zu 4.000.000 AÝs erreichen. Unter diesen Bedingungen begrenzt eine 100 A MS-Hilfssicherung den IÝt-Wert auf etwa 210.000 AÝs, d. h. nur 5 % des Werts während des ersten Halbzyklus.
Begrenzt eine MS-Sicherung den Spitzenstrom unter Kurzschlussbedingungen in einem elektrischen System?
Ja, die Strombegrenzung hängt von den Kurzschlussbedingungen (Prospektivwert, Leistungsfaktor, Einschaltwinkel zu Beginn des Kurzschlusses) ab. Ausschaltstromkennlinien, die vom Hersteller der MS-Sicherung angegeben werden, zeigen die Maximalwerte von unter den widrigsten Bedingungen erreichten begrenzten Kurzschlussströmen.
Ein Beispiel: Bei einem prospektiven Kurzschlussstrom (der Wert eines Stroms, der fließen würde, wenn der Stromkreis nicht durch eine Sicherung geschützt wäre) von 10.000 A rms mit einem vollständig asymmetrischen Strom könnte der Maximalwert bis zu 25.000 A Spitze erreichen. Eine MS-Hilfssicherung von 100 A begrenzt die erste Spitze auf 8.000 A, weniger als ein Drittel des prospektiven Maximalwerts. Die destruktiven elektrodynamischen Auswirkungen werden um 90 % verringert (8.000/25.000)Ý!